„Rohkost“ – für viele klingt das im ersten Moment langweilig. Dabei ist es das genaue Gegenteil: Rohkost ist die ursprünglichste, die natürlichste aller Ernährungsformen. Sie ist nicht nur eine spezielle Diät oder eine Kur – sondern eine dauerhafte Form der Ernährung, die es unserem Körper ermöglicht, den maximalen Nutzen aus der Nahrung zu ziehen.

Ich durfte am eigenen Leib erfahren, welche unglaublichen Veränderungen eine solche Umstellung der Essgewohnheiten bewirken kann:

  • Blutdrucksenkung
  • Normalisierung der Cholesterinwerte
  • Heilung der Schuppenflechte
  • Gewichtsverlust
  • Mehr physische und mentale Energie
  • Ausgeglichenheit
  • Bessere Sehkraft
  • Stoppen von Haarausfall
  • Sensibilisierung natürlicher Geschmacksnuancen

Und das sind nur einige der wunderbaren Entwicklungen, die ich durch meinen Ernährungswandel erreicht habe und die mir heute eine höhere Lebensqualität ermöglichen.

Isst du den ganzen Tag nur Möhren? Oder was ist Rohkost eigentlich?

Leider ist das die Vorstellung vieler Menschen, wenn es um den Begriff „Rohkost“ geht. Vom Frühstück bis zum Abendessen nur Möhren und vielleicht mal eine Gurke – so ist es natürlich nicht, logisch. „Rohkost“ umfasst laut Definition frische und nicht erhitzte Nahrung, sowohl pflanzlicher als auch tierischer Natur. Sie sollte unverarbeitet, unverändert und ursprünglich sein. Das bedeutet, dass Lebensmittel in Rohkostqualität nicht über 42 Grad erhitzt und weder pasteurisiert, noch homogenisiert sein dürfen. So zählen zum Beispiel fermentierte Nahrungsmittel im weitesten Sinne nicht als Rohkost. Sauerkraut essen meine Frau und Ich aber trotzdem gerne, da es den Darm mit guten Bakterien versorgt.

Natürlich bietet die Rohkost-Ernährung, wie alle anderen Ernährungsformen auch, verschiedene Ansätze: manche essen ausschließlich Vegetarisches oder Veganes, andere konsumieren auch gerne mal rohbelassene Lebensmittel tierischer Herkunft. Zu Beginn ist es vor allem wichtig, sich langsam an die neue Ernährungsweise heranzutasten. Im Laufe der Zeit findest du selbst heraus, welcher Weg für dich persönlich der Beste ist. Rohkost soll keinen Stress verursachen. Es soll sich gut anfühlen und Spaß machen.

Warum überhaupt Rohkost?

Weil es die wohl natürlichste Ernährungsweise ist und den Bedürfnissen unseres Körpers am besten gerecht wird. Man könnte es im Grunde als „artgerechte“ Ernährung bezeichnen. Rohe Kost ist lebendig. Sie versorgt uns mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen, die unsere Organe benötigen, um uns gesund zu erhalten.

Hast du dich mal gefragt, warum es dir schlecht geht? Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen, Schweißausbrüche und Schlaflosigkeit – für viele ist das Normalität. Aber kann es nicht sogar sein, dass dein Körper dir damit mitteilen möchte, dass er das was du täglich isst, eigentlich überhaupt nicht will? Und kann es sein, dass du ihm einfach nie zugehört hast?

Unsere moderne Ernährung aus gekochtem Essen und im schlimmsten Falle sogar Fastfood, ist nicht für unseren Körper geeignet. Viele unserer Lebensmittel sind degeneriert und genetisch verändert. Sie nähren unseren Körper nicht mehr. Die Vitamine sind verkocht, die Mineralien nicht mehr verwertbar und irgendwie werden wir einfach nicht richtig satt. Statt dessen sorgen Geschmacksverstärker für immer mehr Appetit.

Eine Ernährung durch Rohkost ist die Antwort auf viele dieser Probleme. Sie ist nicht nur sehr vielseitig, sondern auch nährstoffreich, energiegeladen und kalorienarm. Ob vegan, vegetarisch oder omnivore ist dir am Ende selbst überlassen. Du musst nur den ersten Schritt wagen – und der ist natürlich der schwierigste.

Wie fange ich also an?

Auf jeden Fall langsam! Die Ernährung von jetzt auf gleich so radikal umzustellen, überfordert nicht nur dich selbst, sondern auch deinen Stoffwechsel. Meine Frau und ich haben zu Beginn unseren Fleischkonsum reduziert, versucht, Milch- und Mehlspeisen zu vermeiden und nach und nach rohe Malzeiten in unseren täglichen Speiseplan eingebaut. Ein guter Anfang ist es zum Beispiel, das morgendliche Müsli oder das Frühstücksbrot durch einen Smoothie zu ersetzen. Du wirst schnell merken, dass du dich dadurch besser fühlst, irgendwie leichter.

Das Verlangen nach Fleisch oder Süßigkeiten wird dich mit Sicherheit noch einige Zeit begleiten, aber das ist vollkommen okay. Es gibt wunderbare Gourmet-Rohkost-Bücher, mit denen man experimentieren kann. Süße und herzhafte Gerichte, genau wie früher – nur aus rohen Lebensmitteln. Du wirst schnell merken, dass die neue Lebensweise keinen Verzicht darstellt. Zu Beginn ist es auch eine gute Idee, vermehrt eingeweichte Nüsse oder geräucherten Tofu zu essen, um sich langsam von alten Gewohnheiten zu entfernen.

Egal ob frisch gepresste Gemüsesäfte oder leicht aufgewärmte Gemüsesuppen – rohköstliche Ernährung ist vielseitig. Mit etwas leckerem Obst, verwandelt sich ein Gemüsesaft schnell in einen süßlichen aber gesunden Smoothie. Und mit der Zeit wirst du bemerken, dass dein Appetit auf Ungesundes drastisch abnimmt.

Hilfe! Ist das richtig so?

Zuerst werden einige Phänomene auftreten, die man durchaus als negativ wahrnehmen könnte: deine Verdauung wird sich ändern. Unter Umständen kann Durchfall auftreten oder du musst öfter die Toilette aufsuchen, als du es gewohnt bist. Du wirst mich für verrückt erklären, aber ich sage dir: sei froh, dass es so ist, denn so muss es sein, so ist es richtig. Es ist ein Zeichen dafür, dass dein Körper mit der Selbstheilung beginnt. Er putzt deine Organe von innen sauber. Das kann am Anfang auch zu Kopfschmerzen führen, aber das alles ist eigentlich nicht verwunderlich: denn auch für deinen Körper finden große Veränderungen statt, mit denen er zuerst überfordert ist und an die er sich gewöhnen muss.

Nach dem ersten Hochgefühl der Gesundung, könntest du also in eine „Rohkostkrise“ rutschen und spätestens dann wirst du vielleicht deine Entscheidung in Frage stellen. Ich kann dir nur raten: gib nicht auf! Mach weiter, denn es wird sich lohnen! Sanfte Einläufe helfen, die Kopfschmerzen zu besänftigen und natürlich ist es auch nicht verboten, ab und zu gedünstetes Gemüse zu essen, um den Selbstheilungsprozess etwas abzuschwächen.

Eins kann ich versprechen: du wirst wie neugeboren aus dieser Krise hervorgehen. Die neue Energie wird dich überwältigen, deine Gedanken werden klarer und dein Schlaf tiefer. Nach einiger Zeit wirst du vielleicht in den Spiegel schauen und merken, dass du jünger aussiehst – und so wirst du dich auch fühlen. Tolle Entwicklungen, Meilensteine wie diese und noch viele weitere, werden dich motivieren, am Ball zu bleiben und deinen Weg fortzuführen. Ich kann eine Rohkost-Ernährung allen ans Herz legen, die selbstverantwortlich zu einer natürlichen Lebensweise und damit zurück zur Gesundheit finden wollen.

Autor: Stéphane Puteaux