Von Patho- und Salutogenese: Du bist so gesund wie du dich fühlst

Welche Frage fühlt sich besser an: Wie krank bist du? Oder wie gesund fühlst du dich? Je nachdem, worauf ich meinen Fokus richte, kann ich mich mehr oder weniger gesund fühlen. Und dieses Gefühl entscheidet mit über meine tatsächliche Gesundheit.

Autor: Jörg Szepanski

Sprich einmal mit deinem 100-jährigen und frag es, was es deinem heutigen Ich empfehlen würde:  Womit, würde es dir sagen, solltest du heute schon beginnen, um mit 100 noch glücklich zu sein?

Und was würde dich dann glücklich machen? Wenn du z. B. nach dem Aufwachen alle zehn Zehen bewegen könntest? Würdest du dich dann freuen, dass du lebst, frei und gesund bist?

Die meisten Menschen erleben Gesundheit leider anders: Sie definieren Gesundheit erst über deren Abwesenheit bei Verletzungen, körperlichen Einschränkungen und Schmerzen. Und ähnlich funktioniert auch unser medizinisches Versorgungssystem: Alles dreht sich um die Pathogenese (Entstehung von Krankheit) und die Frage: Wie entstehen Krankheiten auf der Körperebene? Und darauf richten sich dann alle medizinischen Eingriffe und Heilmittel.

Salutogenese: Wie entsteht Gesundheit?

Aaron Antonovsky (1923-1994) stellte diese Sichtweise mit seinem Modell der Salutogenese in den 80er-Jahren auf den Kopf: In der Salutogenese beschäftigte er sich mit der Entstehung von Gesundheit. Wie können wir unsere Gesundheit selbst in die Hand nehmen und durch unsere persönliche Entwicklung sowie eine gesunde Lebensführung positiv beeinflussen?

Der Soziologe Antonovsky erkannte, dass sich Menschen auch unter extremen Stressoren, in einem guten mentalen Zustand sahen. Das warf für ihn die Frage auf, was Menschen gesund hält.

Er stellte das Kohärenzgefühl (Sense of Coherence, SOC) mit drei wichtigen Komponenten in den Mittelpunkt seines Modells:

  • Verstehbarkeit als die Fähigkeit, die Lebenszusammenhänge zu verstehen
  • Handhabbarkeit als die Überzeugung, das eigene Leben gestalten zu können
  • Sinnhaftigkeit als den Glauben an einen Lebenssinn

Menschen mit einem höheren Kohärenzgefühl erleben sich gesünder, mental stärker und können gesundheitliche Krisen schneller bewältigen.

Das Kohärenzgefühl wird gespeist durch Gesundheitswissen, das die Zusammenhänge des Lebens verstehbarer macht. Wissen klärt auf und befähigt. Wir benötigen daher gerade in Krisenzeiten Klarheit und Gesundheitsbildung. Und wir müssen unsere individuellen Ressourcen kennen und vor allem zu nutzen wissen.

Manchmal kann es sehr förderlich sein, wenn wir uns darin unterstützen lassen.

In Sinnkrisen helfen Coaches ihren Klienten, Orientierung zu finden und Strategien für die eigene Ausrichtung zu gestalten.

Das Salutogenese-Modell räumt darüber hinaus mit dem digitalen Denken zwischen Schwarz und Weiß, zwischen den polaren Zuständen krank und gesund auf. Das heißt, wir haben die Möglichkeit uns auf einem Gesundheitskontinuum einzuordnen. Und dies passiert aus einem subjektiven Empfinden heraus. Je mehr wir über Körper- und Lebenszusammenhänge wissen, je mehr wir uns und unseren Fähigkeiten vertrauen und uns durch Vorsorge, Fitness und Prävention einbringen, desto gesünder können wir uns einordnen. Ein ganz besonders wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang ist übrigens, dass wir wissen, wofür es sich zu leben lohnt, dass wir einen Sinn für unser Leben definieren. Denn dann fühlen wir uns auch gleich gesünder.

So wird klar, dass zwei Menschen mit dem gleichen gesundheitlichen Zustand eine unterschiedliche Wahrnehmung und Bewertung ihrer Gesundheit haben können.

Zukunft existiert (noch) nicht. Nur die Vorstellung davon. Mit einem gut ausgeprägten Kohärenzgefühl können Menschen optimistisch in die Zukunft blicken und damit ihren Gesundheitszustand positiv beeinflussen. Zu wissen, dass es einen Sinn macht, sich an der frischen Luft zu bewegen, sich gesund zu ernähren, zu entspannen, zu meditieren oder sich mit Yoga zu beschäftigen, führt zu einer gelungenen Selbstfürsorge.

Placebos würden nicht wirken, wenn wir nicht (sogar unbewusst) an ihre Wirkung glauben würden. Die Ausrichtung unseres Denkens entscheidet über unsere Gesundheit. In diesen Zeiten kann das hilfreich sein.

Von Jörg Szepanski, Mastercoach und Lehrtrainer DVNLP, Diplom-Sportwissenschaftler
Kontakt: www.szepanski-coaching.de

Die Welt mit #Licht und #Liebe fluten – indem ich #Verantwortung für meine Gesundheit übernehme.

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