Aimée Bastian über United Field: Von der Vision eines gemeinsamen Feldes

Im ersten Lockdown, Anfang 2020, gründete Aimée Bastian die Facebook-Gruppe „United Field“ und startete kurz danach den gleichnamigen Blog. Was bewegte die Unternehmerin, die unter anderem als Familien- und Beziehungscoach arbeitet, dazu? Im Interview erklärt sie, was United Field für sie bedeutet – und noch mehr.

Was genau wolltest du mit dem Blog und der Facebook-Gruppe erreichen?
Als der erste Lockdown startete, war ich natürlich erstmal geschockt – wie vermutlich die meisten Leute auf der Welt. Und ich hatte das Gefühl, dass alle um mich herum in dunklen, lähmenden Ängsten feststeckten. Also fragte ich mich, was könnten wir gegen diese Angst tun? Der Gegenspieler von Angst ist doch die Liebe, oder? Wenn wir also in der Liebe sind, sind wir auch wieder mutig. Und wenn wir uns alle gemeinsam wieder mit Licht und Liebe verbinden, dann kommen wir auch gut durch diese Krise, so meine Gedanken. Und um uns mit Licht und Liebe zu verbinden, hab ich dann einfach mal die Facebook-Gruppe aufgemacht.

Das erklärt das Motto „Lasst uns die Welt mit Licht und Liebe fluten“, aber wie kamst du auf den Namen „United Field“?
Mein ursprünglicher Gedanke war, dass die vielen spirituellen Lehrer und Meister, aber auch die einzelnen Religionen und Kirchen ja alle über eine große Community verfügen – und die, so dachte ich, könnten doch ihre Kraft, ihr Potenzial, deutlich steigern, wenn sie sich alle unter einem Dach vereinen. Naiv wie ich war, ging ich davon aus, ich könne sie einfach anschreiben und dann all die einzelnen Puzzleteile zu einem großen Bild oder Feld zusammenfügen. Das hätte den charmanten Vorteil, dass wir mal sehen könnten, wie viele Menschen es schon auf der Welt gibt, die sich mit Gebeten oder Meditationen beschäftigen. Und wenn wir dann gemeinsam meditieren oder beten würden – weltweit zum gleichen Zeitpunkt – dann müssten wir die Welt doch mit einem Ruck zum Besseren bewegen können.

In der Facebook-Gruppe sind jetzt circa 3.000 Leute, das sind zwar nicht wenige, aber auch nicht gerade viele, deine Idee hat also nicht funktioniert?
Leider nicht. Die weniger bekannten spirituellen Lehrer und die Inhaber von kirchlichen Gruppen, waren nicht interessiert. Aber so schnell lasse ich mich ja nicht unterkriegen, dachte ich mir, und dann haben wir einfach unser eigenes Ding gemacht.

Wer ist „wir“?
Das ist ein bisschen schwierig zu beantworten. Ich organisiere schon seit vielen Jahren, alle paar Wochen einen Coaching-Salon. Heißt: ich lade Coaches, aber auch Leute, die sich für Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung interessieren, für einen Austausch zu mir nach Hause ein. Aus dieser Gruppe heraus haben wir uns im Sommer 2020, mit 25 Leuten ein Haus im Bergischen Land gemietet, um gemeinsam Workshops zu geben und zu besuchen.

In diesem Kontext bildete sich eine Gruppe heraus, die Lust hatte, bei United Field mitzumachen. Im Anschluss haben wir überlegt, dass es cool wäre, wenn dieser Blog hier eine Möglichkeit für Menschen bildete, die Licht und Liebe in die Welt bringen wollen und auch für solche, die darin „baden“ möchten.

Und so sind wir ein lose organisiertes Grüppchen von Leuten, die sich mal mehr und auch mal weniger um United Field kümmern.

Du selbst postest sowohl auf dem Blog als auch bei Facebook recht wenig – zumindest in den letzten Monaten. Warum?
Tja, leider schaff ich das seit einiger Zeit kaum. Ich bin ja selbständig mit einer kleinen Agentur und arbeite dazu als Coach – am Anfang des Lockdowns sind beide „Geschäfte“ völlig eingebrochen und ich hatte viel Zeit. Dann hat sich aber wieder alles normalisiert und ich musste richtig „reinhauen“, um auch den digitalen Anschluss nicht zu verpassen. Außerdem habe ich mir anfangs sehr viel Druck und Stress gemacht mit dem posten und dachte immer, „Mensch, du must was machen, Aimée“. Aber jetzt lasse ich es langsamer angehen und vertraue einfach mal darauf, dass sich schon alles so entwickelt, wie es passt.

Kann jeder etwas im Blog posten?
Jein. Ich zahle hier im Internet für den Blog und bin damit auch in der juristischen Verantwortung. Möchte jemand mit einem Rezept, einem Tipp, einem Text oder einer Meditation dazu beitragen, dass wir unsere Energie anheben – was mich immer sehr freut – dann kann sie oder er mir einfach Inhalte und ein Foto schicken. Wir machen dann einen Autorenvertrag, in dem die Autorin oder der Autor die Verantwortung dafür übernimmt, die Bildrechte zu behalten und dass die Texte nicht abgeschrieben sind. Dann posten wir den Text hier auf dem Blog. Bei Facebook ist es so, dass jemand aus unserem Team die Posts freigeben muss – wir möchten da keine negativen Posts oder so haben ;-).

Was ist deine Motivation, das Ganze aufrecht zu erhalten?
Ich glaube einfach daran, dass alles, was ich an Positivem ins Feld gebe, nicht nur mein eigenes Karma verbessert, sondern auch das Leben der anderen ein winziges, winziges Stückchen verschönern kann und ich damit auch das kollektive Feld ein winziges, winziges Stückchen positiv beeinflusst. Ich vermute fast, dass du mich jetzt wieder fragen wirst, ob das wirklich stimmt 😉 Und nein, ich kann es nicht beweisen. Das ist einfach ein Gefühl. Eine Glaubenssache.

Hast du eine Vision, wie sich das alles weiter entwickeln soll?
Offen gestanden noch nicht. Ich vertraue einfach darauf, dass sich das alles findet. Im Moment halte ich den Raum – für alle anderen, die etwas publizieren möchten. Und vielleicht poste ich ja im Winter auch mal wieder mehr. Wenn ich gutes Internet habe, vielleicht von meiner Reise nach Guatemala, wo ich im November hinfliege, um die Maya zu besuchen.

Gibt es etwas, das du den Leuten mitgeben möchtest? Wie können wir alle die Welt ein bisschen besser machen?
Ich denke, das Wichtigste ist, dass wir wieder lernen, Herz und Hirn in Kohärenz zu bringen. Nachdem ich als Kind hauptsächlich aus dem Herzen agierte, habe ich als junge Erwachsene nichts anderes mehr getan, als meinen Verstand zu trainieren. Und der ist auch wichtig. Keine Frage. Doch wirklich gut im Umgang mit mir selbst und anderen bin ich erst geworden, als ich anfing, wieder mehr auf mein Herz zu hören und Hirn und Herz in Einklang zu bringen – was nicht einfach war für eine so verkopfte Frau, wie ich es mal war 😉. Doch wenn wir mit der Aufmerksamkeit ins Herz gehen, mit uns selbst und den anderen mitfühlen und uns trauen, auch aus dem Herzen heraus zu handeln, dann können wir schon sehr viel weiterkommen, als wir es jemals für möglich hielten.

Und das vielleicht zum Abschluss: Viele reden vom Meditieren und Manifestieren. Zu Recht. Denn das funktioniert. Ich habe es selbst ausprobiert. Wie genau es geht, erklärt z.B. Dr. Joe Dispenza sehr gut. Allerdings ist es gerade hier spannend zu sehen, dass es nicht reicht, sich die gewünschten Zustände nur vorzustellen – ich muss sie auch fühlen. Erst das Gefühl, das über die Herzebene aktiviert wird, gibt mir die Möglichkeit, zu kreieren.

Interview mit Aimée Bastian
Kontakt: www.familiencoaching-nrw.de

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  1. Bernd

    Danke Aimée, dass Du hier Deine Vision von United Field beschrieben hast. Die Seite hat mit Dir ein Gesicht bekommen. Eine Vision braucht einen Kern – und einem Stern – der Kern bist Du, der Stern ist vielleicht unerreichbar, aber es lohnt sich, danach zu strecken. Das bringt uns weiter und vielleicht auch gemeinsam: mit Herz ♥️ und Esprit

    • Danke, lieber Bernd, für dein Feedback. Das freut mich sehr <3
      ... ich freu mich, dich vielleicht bald mal wieder zu sehen?

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